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Fachwartin des Turngau Wendelstein:  (s.o.)

gitte widl  Ansprechpartnerin - Gitte Widl
 

Kurzdarstellung

  • Fitness für die allgemeine Leistungsfähigkeit ...das Allroundtraining ... für Herz-Kreislauf, Kraft- und Koordination, sowie Beweglichkeit ...
  • Aerobic ist Ausdauer- und Kräftigungstraining ... auch dem Gesundheitssport zuzuordnen ... mit Musik und Choreografien .... mit tänzerischen Elementen .... nicht das fertige tänzerische „Endprodukt“ steht im Mittelpunkt,  sondern das gemeinsame Aufbauen eines variablen „Endproduktes“....

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Im folgenden eine umfangreiche Darstellung zu den oben dargestellten Schlagworten:

Quelle: u.a. Bayernturner

Hautenge Anzüge und Hosen in grellen Knallfarben, Stirnband, Stulpen und Jane Fonda – das bringen Laien mit den Begriffen "Fitness und Aerobic" in Verbindung. Doch dass der Sport weitaus mehr ist, als nur das Heim-Workout vor dem Fernseher, dem trägt auch der Bayerische Turnverband Rechnung.

Claudia Greiner ist seit 16 Jahren im Fachbereich Fitness und Aerobic aktiv und die stellvertretende Landesfachwartin ist immer noch Feuer und Flamme. „Da hängt mein Herzblut dran, ich liebe es.“

Fitness und Aerobic – hinter diesen Begriffen steht ein Allround-Training, das Herz-Kreislauf-Training, Kraft- und Koordinationstraining, sowie das Beweglichkeitstraining umfasst – dieser  Sport ist vielfältig wie kaum eine anderer. Fitness dient der allgemeinen Leistungsfähigkeit, viele bezeichnen sie deshalb auch als Allround-Talent.  Die Breite der Sportart zieht natürlich auch ein breites Publikum an. Fitness-Sport betreiben Menschen, die sich im Allgemeinen eben fit halten wollen, andere wollen mit Fitness-Übungen sich optimal auf eine spezielle sportliche Belastung wie zum Beispiel Skifahren vorbereiten.

Fitness und Aerobic gibt es schon lange – und wird es noch lange geben. Denn neue Trends aus Fitnessstudios oder dem Fitnessland USA werden in die Vereine getragen und diese müssen sich zur Mitgliederbindung den neuen Richtungen anpassen  – im Wesentlichen mit den bestausgebildeten Trainern und Übungsleitern.

Der BTV ist sich dieser immer neuen Trends bewusst und bietet 2015 neue Themenkreise zur Lizenzverlängerung an. Z.B. veranstaltet der Bayerische Turnverband die Serie „Best Ager“ und gemeinsam mit dem DTB Workshops zum Mega-Trend im Fitnessbereich  – dem Functional Training, bei dem die unterschiedlichen Muskelgruppen nicht isoliert, sondern integriert in abwechslungsreichen Bewegungsmustern trainiert werden (siehe Lehrgangsbroschüre „Qualifizierung 2015“, S. 50).

Der begeisterten Fitnesssportlerin sind  die Ausbildung der Übungsleitern und deren Engagement enorm wichtig: „Trainer sollten auch nach Jahren noch vor der Stunde und dem Kurs aufgeregt sein.“ Und Claudia Greiner wirbt für Nachwuchs: „Wenn der Nachfolger besser ist als sein Lehrer, dann hat dieser seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt.“

Der BTV bietet in dem Bereich eine Ausbildung an – vielmehr noch: Der Bayerische Turnverband hält das Monopol auf die Ausbildung Trainer C Breitensport Fitness-Aerobic. Nur der BTV bildet hier aus und verlängert die Lizenzen. Diese müssen nach vier Jahren verlängert werden. sind beliebt in ganz Bayern. Der BTV arbeitet an der Dezentralisierung für LZV´s, so dass mehr Interessierte wohnortnah die Möglichkeit haben, sich fortbilden zu lassen, sagt Christine Haas, Referentin Turn-, Fitness- und Gesundheitssport des BTV.

Die Trainer C Breitensport Fitness und Aerobic Ausbildung wird in jedem Fall weiterhin in Oberhaching stattfinden.

Dabei werden im theoretischen Teil  die Grundlagen und die Technik des Aerobic-Trainings, Musiklehre, Cueing (das verbale und nonverbale Mitteilen des Trainers in der Bewegung vor der Gruppe), Choreografieaufbau- und methoden, theoretisches und praktisches Grundwissen im Kräftigungsbereich vermittelt. Das müssen die Teilnehmer dann in die Praxis umsetzen.  (Weitere Informationen zu Lizenzverlängerungen und die Ausbildungen im Bereich Fitness und Aerobic bekommen Sie bei Christine Haas in der BTV-Geschäftsstelle, E-Mail haas@btv-turnen.de).  Darüber hinaus bietet der BTV heuer  noch diverse Fortbildungen zur Lizenzverlängerung an: Vom LaGYM®-Instructor bis zur LZV „Two in One“ oder „Move and More“ u.v.m.

Das zeichnet das Fachgebiet eben aus – es ist vielseitig und nicht genau abgrenzbar. Die Unterschiede zum Gesundheits- und Präventionssport zum Beispiel sind fließend. Aerobic ist Ausdauertraining- und Kräftigungstraining,  und somit auch dem Gesundheitssport zuzuordnen, Aerobic-Trainer dürfen aber keine Präventionsmaßnahmen anbieten. Der Unterschied zum klassischen Gesundheitssport besteht, wie Greiner erklärt, vor allem darin, dass bei Aerobic Musik und Choreografien eine Rolle spielen. Zur klassischen Aerobic-Stunde sind im Laufe der Zeit tänzerische Elemente dazugekommen. Im Unterschied zum Tanz steht aber hier nicht das fertige tänzerische „Endprodukt“ im Mittelpunkt,  sondern das gemeinsame Aufbauen eines variablen „Endproduktes“  - eine synchrone Schrittabfolge zum Beispiel ist nicht entscheidend. Die klassische Aerobic-Stunde hat  viele weitere Ausprägungen dazubekommen, die unter dem Begriff der Group-Fitness zusammengefasst werden: Der Trainer zeigt vor mehrerenTeilnehmern die Übungen und korrigiert bei Bedarf : gemeinsam fit werden ist hier das Motto. 

Die verschieden Ausrichtungen reichen vom Cardiotraining, über das Kräftigungstraining bis hin zu Entspannungseinheiten.

Unter das Ausdauer-Training fallen zum Beispiel Einheiten wie „Fatburner“,  die den Stoffwechsel anregen und – wie der Name es schon sagt,  dafür sorgen sollen, dass viel Fett verbrannt wird. Bekannter ist noch Step-Aerobic, hier müssen die Teilnehmer während der Choreogeaphiestunde  auf eine höhenverstellbare Plattform auf- und absteigen – hier ist Kondition gefragt.

Das Cardio-Training im Bereich Fitness und Aerobic hat aber noch viel mehr zu bieten. Durch die tänzerischen Komponenten findet  LaGYM ® seit einiger  Zeit den Weg in die breite Öffentlichkeit  - und bietet somit den Vereinen die Möglichkeit, ein breiteres Publikum anzusprechen.

Mit Musik wird hier das Training tänzerisch mit leichten Choreografien durchgeführt. Besonders LaGYM ® ist für die  Vereine interessant, es ist das Äquivalent zu Zumba ®, exklusiv ausgearbeitet vom DTB: „LaGYM® ist ein modernes, dynamisches Fitness-Tanz-Programm zu mitreißender Musik, einfach nachzuvollziehen und ohne komplizierte Choreografien. Es trainiert den ganzen Körper, die Koordination, die Beweglichkeit und das Herz-Kreislauf-System“, erklärte jüngst Edith Lindner, Vorsitzende des Turngau Oberpfalz Süd, im  Interview mit dem Bayern Turner.

Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Angeboten liegt hier der Vorteil, dass bei den Trainern Vorkenntnisse gefordert sind. Wer die Weiterbildung zum LaGYM®-Instructor machen möchte (führt zu keiner bezuschussungsfähigen Lizenz), der muss zum Beispiel den Schein Trainer C Breitensport Fitness-Aerobic oder Gymnastik-Rhythmus-Tanz haben.  LaGYM® ist für Claudia Greiner auch das ideale Produkt, um Werbung für den Fachbereich Fitness und Aerobic zu machen. Und das wünscht sie sich von den Vereinen: in den Medien aktiv werden, in Marketing investieren, Schnupperkurse anbieten. „Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit hat man leicht, wenn man zum Beispiel auf Sommerfesten eine LaGYM®-Vorführung mit mitreißender Musik präsentiert.“

Doch Fitness und Aerobic ist weit mehr als nur Ausdauertraining. Es ist ein Ganzkörpertraining – besonders beliebt bei Frauen, die etwas für ihre Figur tun wollen. BBP (Bauch-Beine-Po) ist ein Workout, das die typischen Problemzonen der Frauen „in Angriff nimmt“. 

Mit verschiedensten Kleingeräten wie Brasils, Tubes, Therabändern oder Hanteln trainieren die Teilnehmer systematisch jede Muskelgruppe. Zu den Kräftigungseinheiten gehören Kurse wie Wirbelsäulengymnastik und auch Pilates, die die Muskeln stärken und somit für ein ganzheitliches beschwerdefreies Wohlbefinden dienen soll.

Neben Ausdauertraining und Kräftigung des Körpers gehört aber zum Konzept Fitness und Aerobic auch die Entspannung. Spezielle Kurse dazu werden ebenfalls angeboten.

Woher kommt Aerobic eigentlich?

 Der Begriff „Aerobic“ tauchte zum ersten Mal 1968 auf. Kenneth Cooper nannte so ein Bewegungstraining, das die Ausdauer verbessern sollte. Später kam das Element Tanzen hinzu. In den späten 80er Jahren hatte Aerobic aber einen negativen Ruf, da durch Training zum Beispiel auf hartem Betonboden und durch zu hohe Sprüngen, besonders bei Untrainierten Verletzungen auftraten. „Aerobic war zu Beginn kein Gesundheitssport“, gibt Greiner zu.  Doch aus Fehlern wurde gelernt und die Aerobic-Szene hat sich gewandelt, was das Angebot und vor allem auch die Qualifizierung der Übungsleiter deutlich zeigen. Heutzutage gehört Aerobic laut Greiner zu den verletzungsärmsten Sportarten überhaupt. „Unfälle passieren meist, wenn die Leute zu spät zur Übungsstunde kommen und deshalb nicht richtig aufgewärmt sind.“  Körperliche Gesundheit steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Und die Entwicklung der Fitness/Aerobic-Szene ist längst nicht am Ende. Immer wieder entstehen neue Trends, Bewegungsabläufe  und Unterrichtseinheiten verändern sich, oft erscheint auch Altbewährtes wieder in neuer Form.

Wie zum Beispiel 4xF Cross Training. (DTB) Hier wird insbesondere auf Elemente, also Übungen und Geräte,  auf dem Turnen zurückgegriffen, um sich körperlich fit zu halten. Medizinball, Tau, Kasten, Reckstange – klassische Elemente des Gerätturnens erleben wieder ein Comeback.

Auf dem Landesturnfest in Burghausen im nächsten Jahr  findet das Cross-Training natürlich auch seinen Platz. Zum ersten Mal in Bayern wird es dort vom 04.06.2015 – 06.06. 2015 einen CrossTraining-Wettbewerb geben (siehe auch Ausschreibung zum Turnfest). Das Motto: „Back to the Roots“. Und das ist alles andere als eintönig. Kombiniert werden bei diesem Wettbewerb, der den fast schon Angst machenden Namen trägt „Your Workout is our Warm Up – Kuschel-Fitness war gestern – Schweiß, Schmerz und Beats sind heute“, eben auch Elemente aus verschiedenen Sportarten: Athletische Fitnessübungen wie zum Beispiel Laufen mit Gewichten, Klimmzüge (Pull-Ups), Kastensprünge (Box-Jumps) oder Seilsprünge (Rope-Jumps). Während des Wettbewerbs werden mit WOD’s (Workouts Of The Day) bei den Frauen und bei den Männern die Tagesbesten ermittelt. Jeder (ab 16 Jahren) kann sein WOD absolvieren, wann immer er Zeit hat. Jeweils zwei Athleten treten gegeneinander an. Das WOD dauert nur wenige Minuten, doch die Teilnehmer müssen auch etwas Zeit (ca. zehn Minuten) für Vorbereitung, Warm Up, Instruktionen und Auswertung einplanen. (Anmeldung über das DTB-GymNet oder vor Ort möglich).

LaGYM ®, CrossTraining, Step-Aerobic, das klassische Zirkeltraining oder auch unterschiedlichste Formen des Intervalltrainings, sowie fließende Kräftigungsübungen - „Der Trend geht zu einfachen Kursstunden, mit wenigen und leichten Choreografien“, weiß Greiner. „Die Leute wollen nach der Arbeit schwitzen. ‚Ich geb‘ Gas, ich power‘ mich aus‘ ist das Motto“.

Greiner kennt auch das Geheimnis einer erfolgreichen Fitness/Aerobic-Stunde: „Die Musik macht Spaß und die Teilnehmer brauchen ein Erfolgserlebnis – und dazu ist es zum Beispiel bei LaGYM®  gar nicht nötig,  jeden einzelnen Schritt bei jedem Lied exakt nachzumachen. Auch Kräftigungsstunden im Intervallformat werden immer beliebter, da sich die Teilnehmer immer nur auf eine Übung konzentrieren Können und sich keine komplexen Übungsabfolgen merken müssen.

Obwohl der Fachbereich Fitness und Aerobic im Vergleich zu anderen Fachgebieten und Sportarten keine Nachwuchssorgen hat, freuen sich die Verantwortlichen über interessierte Trainer. Wer Lust hat, sich im Bereich Fitness und Aerobic zu engagieren, das Referententeam zu unterstützen,der kann sich bei Petra Silberbauer (ps.in.balance@web.de), verantwortlich für Lehre und Bildung, informieren.

„Wir sind offen gegenüber neuen Konzepten und haben keine Berührungsängste“, so Greiner.  Das passt zu einem so wandelbaren und abwechslungsreichen Sport.

Quelle: u.a. Bayernturner

   
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